Alkohol

Alkohol ist hochkalorisch. 1 g Alkohol liefert 7 kcal. Ein großes Bier (0,5 l) hat damit über 200 kcal. Gegengerechnet ist ein großes Bier daher rund eine Stunde laufen wert. Zudem wird die Leber mit dem Abbau des Alkohols extrem beschäftigt und kann daher die Nahrung nicht mehr ausreichend verarbeiten. Es werden daher „Extra-Kalorien“ direkt in den Fettzellen gespeichert.

Zudem bremst der Alkohol die Wiederauffüllung der Glykogenspeicher. Das wiederum schadet der Regeneration nach intensiver körperlicher Belastung.

Ein weiteres Problem stellt der Wasserhaushalt dar. Alkoholische Getränke fördern die Wasserausscheidung über die Nieren. Durch den erhöhten Harndrang gehen somit Flüssigkeit und Salze verloren. Das kann den Mineralstoffhaushalt des Körpers durcheinander bringen. Die Gefahr von Muskelkrämpfen steigt.

Daneben schwächt Alkohol das Immunsystem und führt zur Ausschüttung des Stresshormons Cortisol. Als Gegenspieler von Testosteron sorgt Cortisol für Muskelabbau und hemmt den Abbau von Fettgewebe. In Verbindung mit der Hemmung der Ausschüttung von Wachstumshormonen, verschlechtert sich die Regeneration sowie der Fettab- und Muskelaufbau.Alkohol ist aufgrund seiner an sich toxischen Wirkung nicht gut für den sportlichen Alltag.

Alkohol gelangt über den Gastrointestinalreakt schnell ins Blut. Beim Abbau entsteht zuerst das toxische Acetaldehyd das zu Acetat metabolisiert wird. Acetaldehyd kann zu Übelkeit, Kopfschmerzen und Müdigkeit führen.

Alkohol wirkt harntreibend, indem er das antidiuretische Hormons (ADH) hemmt, wodurch die Nieren mehr Wasser ausscheiden. Außerdem werden Elektrolyte und Mineralien ausgeschieden. Dies führt zu Dehydration, die Kopfschmerzen, Mundtrockenheit und allgemeiner Schwäche.

Ebenso aktiviert Alkohol Entzündungsprozesse. Dabei werden Zytokine freigesetzt. Der Spiegel an C-reaktivem Protein steigt. 

Alkohol hat Auswirkungen auf die Koordination, die Balance, die Kraftumsetzung und Selbsteinschätzung. Letzteres kann jedoch auch zu einem positiven Trainingseffekt führen. Die euphorisierende Wirkung des Alkohols kann jedoch auch dazu führen, dass insbesondere die Erhöhung von Gewichten oder das Umsetzen von technischen Übungen, die mental belastend sind, erleichtert wird. Dies gilt jedoch nur für geringe Mengen als Alkohol.

Alkohol interagiert zudem auf sehr unterschiedliche Weise mit vielen verschiedenen Arzneimitteln. Dabei sind folgende Mechanismen zu beachten:

  • Abbauverzögerung der Arzneimittel (z.B. Verapamil, Ranitidin, Benzodiazepine, Barbiturate, Phenytoin) und dadurch Wirkverstärkung sowie Abbauverzögerung des Alkohols (beides wegen der Doppelbelastung der Leber).
  • Verstärkung der leberschädigenden Wirkung von Methotrexat, Paracetamol (wichtig!) ebenfalls wegen Doppelbelastung der Leber.
  • Verminderte Sensitivität gegenüber ZNS-wirksamen Medikamenten (wegen der ZNS-Wirkung von Alkohol), z.B. bei Antidepressiva, Hypnotika und Benzodiazepinen.
  • Hemmung von CYP2E1 durch Alkohol. Dadurch Wirkverstärkung von Koffein und Phenytoin (ebenfalls 2E1).
  • Hemmung der Aldehyddehydrogenase (ALDH) durch z.B. Metronidazol, Chloramphenicol, Sulfonamide, Griseofulvin, Procarbazin. Dadurch verstärkte Nebenwirkungen von Alkohol: Flush, Herzrasen, Übelkeit.
  • Verzögerte Magenentleerung, dadurch Peak-Wirkung von Retard-Arzneimitteln möglich.
  • Verstärkung der Gefahr von Magenulzera bei NSAR plus Alkohol.
  • Verstärkung der Gefahr von Laktazidose bei Metformin plus Alkohol.