Regelnänderungen

Mit der Saison 2026 hat der FIVB wieder Regeländerungen beschlossen. Diese sollten auch wieder vollständig in Österreich und in Wien umgesetzt werden. Allerdings handelt es sich dabei im Moment noch um eine Testphase, die verpflichtend nur in der Volleyball Nations League 2026, den FIVB Volleyball U17 Weltmeisterschaften und den Kontinentalmeisterschaften 2026 getestet werden. Wir möchten dir hier eine Übersicht über die neuen Regeln geben.

Hier zunächst das ab 2025/26 geltende Regelwerk zum Nachlesen.
Official Volleyball Rules 2025-2028

Die Testphase für die Saison 2026 betrifft die folgenden Regeln. Diese werden nach dieser Saison vermutlich in die allgemeinen Regeln übernommen:

Zunächst erfolgt eine Klarstellungen, dass ein Doppelkontakt während des zweiten Teamkontakts – typischerweise das Zuspiel durch den Setter – weiterhin erlaubt ist, solange der Ball auf derselben Seite des Spielfelds bleibt.

Eine Änderung betrifft die Rotation bei der Annahme. Die annehmende Mannschaft muss sich bis zur ersten Aktion des Servicespielers in der korrekten Rotationsreihenfolge befinden. Sie dürfen sich nun aber bereits dann bewegen, sobald der Aufschläger mit der Aufschlagbewegung beginnt. Dazu zählt auch das Bewegen eines Arms oder eines Fußes und muss nicht mehr der Aufwurf des Balls abgewartet werden.

Die Auswechslungen pro Satz werden von sechs auf acht erhöht.

Teams in FIVB-Wettbewerben können nun 12 bis 14 Spieler registrieren, wobei mindestens ein Libero erforderlich ist. Der zweite Libero kann bis zu einer Stunde vor dem Match nominiert werden.

Berührt der Ball nach dem ersten oder zweiten Kontakt die Decke oder einer baulichen Einrichtung über dem eigenen Spielfeld, so wird das Spiel fortgesetzt, wenn der Ball auf derselben Seite bleibt. Wenn der Ball in das Feld des Gegners zurückprallt, wird ein Fehler gewertet. Der Kontakt mit einer Spider-Cam- oder einem Crane-Cam-Geräten innerhalb des eigenen Spielfelds führt zu einer Wiederholung.

Angriffsaktionen werden nach Regel 9.2.2 strenger durchgesetzt. Fänge, Würfe, geschupfte Bälle und zweihändige Richtungswechsel des Balls sind nicht erlaubt. Nur kurzes Antippen des Balls bleibt legal.

Ein Mid-Rally-Challenge-„Bookmark“-System wird eingeführt. Teams können während einer Rallye potenziell überprüfbare Aktionen markieren und, wenn die Mannschaft den Punkt verliert, kann es die Aktion anfechten. Zur Abänderung der Schiedsrichterentscheidung bedarf es jedoch einer eindeutigen Videoaufnahmen. Unter den Regelverstößen, die nach Videobeweis aufgehoben werden können zählen nun auch defensive Ballberührungen und Aufschlag-Annahmespielzüge.

Um Unterbrechungen zu vermeiden, darf ein Team, das den Videobeweis beantragt, nicht sofort danach eine Auszeit nehmen, wenn das gegnerische Team Recht bekommt.

Schiedsrichter brauchen nicht mehr zu pfeifen, wenn es zu klaren Situationen kommt, wie z.B. etwa bei klaren In-oder-Out-Entscheidungen oder Aufschlägen, die das Netz nicht überqueren.

Lange gefordert und nun endlich eingeführt wurde, dass Cheftrainer sich nun direkt an den ersten Schiedsrichter wenden dürfen, um eine Klärung zu Anfechtungen oder Entscheidungen zu erhalten. Formelle Beschwerden bleiben für ihn aber weiter verboten und müssen vom Kapitän ausgeführt werden.

Zusätzlich zum Einspielen, bei dem sich die Teams das Netz teilen, wird 90-sekündiges individuelles Servicespiel eingeführt. Team A erhält die ersten 90 Sekunden, das Team B die zweiten.

Die Regeländerungen für die Saison 2025/26 sind bereits seit dieser Saison in Vollziehung und betrafen die folgenden Punkte:

Die erste Regeländerung betrifft die Regel 12.5.3. Diese regelt nunmehr das Screening, also den Sichtblock beim Service. Eigentlich handelt sich um keine Regeländerung, da diese Vorgehensweise ohnehin schon in den Refereeing Guidelines and Instructions des FIVB vorgesehen war und jeder Schiedsrichter bzw. Spieler/Trainer dies wissen müsste. Da es aber noch immer keine einheitliche Sanktionierung gegeben hat, wurde die Regel nun exakter formuliert. Wörtlich verboten ist nun, dass die Spieler des servierenden Teams während des Service die Hände über den Kopf heben.

Unverändert blieb hingegen die generelle Screening Regel, wonach sich Teams nicht so aufstellen dürfen, dass für die Annehmende Mannschaft die Sicht zum Ball vom Abschlag der Service-Spielerin bis zum Überqueren der Netzkannte behindert wird oder die Intention besteht, die Sicht zu behindern. Aufgrund der aktuellen Schiedsrichterleistungen gibt es hier große Unsicherheiten, ob diese Regel von den Schiedsrichtern auch vollzogen wird. Bis zu einer entsprechenden Erhöhung der Qualität, wird bei dieser Regel weiterhin Vorsicht geboten sein, ob Faults gepfiffen werden.

Das Problem des Sichtblocks will auch die zweiter zweite Regeländerung in den Griff bekommen. Diese betrifft Regel 7.4. In dieser wird es dem Serviceteam erlaubt, dass die gesamte Mannschaft in jeder beliebigen Position stehen darf. In anderen Worten wird die Rotationsregel für die Service-Mannschaft aufgehoben. Hintergrund ist, dass es, insbesondere beim Herren-Volleyball, inzwischen zu einem Nachteil geworden ist, wenn man das Service hat. Die neue Regel soll der servierenden Mannschaft ermöglichen, bereits früher die Defence Positionen einzunehmen. Zudem soll damit die oftmals herangezogene Ausrede, die Spieler stünden eng zusammen, um rasch an ihre Spielposition zu kommen ausgehebelt werden und der eigentlich bezweckte Sichtblock noch leichter erkennbar und bestraft werden.

Hingegen bleiben die Positionen für die annehmende Mannschaft gleich. Hier ist die Rotation daher nicht aufgehoben. Spannend wird allerdings, da durch die aufgehobenen Rotation der aufschlagenden Mannschaft ein gewisse „Unruhe“ in die Struktur kommt, ob diese bei Serviceverlust in der Defence wieder in der korrekten Rotation stehen und ob die richtigen Servicespieler eingesetzt werden. Hier wird auch die eigene Bank mehr zu arbeiten und die eigene Rotation sowie jene der Gegnermannschaft zu prüfen haben.

Die dritte große Änderung betrifft Regel 10.1.2.3. Hier geht es um Sicherheitsaspekte. Oft geht der Ball von der Defence-Mannschaft ins Out und wird von dort wieder ins Spiel zurück gespielt. In manchen Fällen, befindet sich dieser „Out-Ball“ auf der Netzseite der angreifenden Mannschaft und wird spektakulär in die eigene Feldseite zurückgespielt. Ab 2025/26 dürfen weiterhin Bälle, die nach dem ERSTEN Ballkontakt außerhalb der Antennen auf der anderen Netzseite in den „Out-Bereich“ gehen, von der annehmenden Mannschaft wieder zurück ins eigene Team gespielt werden. Geht der Ball jedoch nach der zweiten oder dritten Berührung in den Outbereich auf der Seite der gegnerischen Mannschaft, dann ist der Ball sofort als Out zu geben.

Hier findet ihr das Info-Video des Australischen Volleyballverbands zu den Regeländerungen: Volleyball Rule Change Video 2025

Die weiteren Regeländerungen stellen nur Klarstellungen der existierenden Spielformen bzw. Ergänzungen zu den genannten 3 Regeländerungen dar:

Regel 7.4.4.: Nach dem Service dürfen die Spieler beider Mannschaften ihre Positionen verlassen und jeden beliebigen Platz auf ihrem Feld und in der Freizone einnehmen.

Regel 9.1.2.3.: Führen gleichzeitige Ballberührungen von zwei Gegnern oberhalb des Netzes zu einer länger andauernden Berührung, läuft das Spiel weiter, auch wenn der Kontakt über dem gegnerischen Feld abgeschlossen wird.

Regel 10.1.2.: Nach der ersten Berührung durch die Mannschaft darf ein Ball, der die Netzebene vollständig oder teilweise im Bereich des Außensektors in die Freizone des Gegners durchquert hat, im Rahmen der drei Berührungen zurückgespielt werden, vorausgesetzt, dass
Regel 10.1.2.1.: das Feld des Gegners vom Spieler nicht berührt wird (ausgenommen Regel 11.2.2.1)
Regel 10.1.2.2.: der Ball beim Zurückspielen die Netzebene wieder vollständig oder teilweise im Bereich des Außensektors auf derselben Seite des Netzes durchquert – wenn nicht, ist er „aus“. Die gegnerische Mannschaft darf diese Aktion nicht behindern.

Regel 11.1.2.: Nach dem Angriffsschlag darf ein Spieler seine Hände über das Netz führen, wenn der
auslösende Ballkontakt im eigenen Spielraum stattgefunden hat und der Ball nicht
gefangen oder geworfen wird.

Regel 23.3.2.3.: Der 1.Schiedsrichter hat nun zusätzlich Entscheidungen zu treffen
i) wenn der Aufschlag oder der Ball nach der zweiten oder dritten Berührung, über die oder außerhalb der Antenne auf seiner Seite des Spielfeldes überfliegt.
Regel 24.3.2.8.: Der 2-Schiedsrichter hat zu entscheiden, wenn der Aufschlag oder der Ball nach der zweiten oder dritten Berührung über die oder außerhalb der Antenne auf seiner Seite des Spielfeldes überfliegt.
Regel 29.2.1.3.: Der Linienrichter hat anzuzeigen, wenn der Ball die Antenne berührt, der Ball nach dem Aufschlag oder der zweiten oder dritten Ballberührung das Netz außerhalb des Überquerungssektors überfliegt.