Immer wieder leiden Sportlerinnen und Sportler unter Krämpfen. Hier hat sich eine Menge an Gerüchten und Empfehlungen etabliert, die gegen die Krämpfe wirksam sein sollen. Medizinische Fachgremien haben sich mit dieser Problematik beschäftigt und eine neue S1 Leitlinie erarbeitet.
Kommt es zu chronischen oder laufenden Krämpfen, so ist jedenfalls ein Arzt zu konsultieren. Dieser hat die Ursache abzuklären und gegebenenfalls medikamentös einzugreifen.
Bei sportinduzierten Krämpfen wird oft die Einnahme von Chinin als Therapie empfohlen. Die Wirksamkeit davon ist ausreichend Belegt. Allerdings wurde die Indikationen zur allgemeinen Anwendung freigegeben, sondern nur für Krämpfe, die nicht anderweitig behandelbar sind und wenn es sich um sehr häufige oder schmerzhafte nächtliche Wadenkrämpfe handelt. Für sonstige Indikationen liegt nur schwache oder nicht ausreichende Evidenz vor.
Im Akutfall ist die Einnahme von Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmittel wenig erfolgreich. Vielmehr sollte der krampfende Muskel gedehnt bzw. die Antagonisten statisch angespannt werden. Passives Dehnen ist nach wie vor das Mittel der Wahl. Bei nächtlichen Wadenkrämpfen sind regelmäßig Dehnübungen, besonders bei Wadenmuskeln, hilfreich.
Die Wirksamkeit von Magnesium bei idiopathischen Krämpfen ist ebenfalls nicht ausreichend belegt. Lediglich ein Mangel sollte ausgeglichen werden. Die Wirkung im Akutfall wird oft auf die parallele Behandlung durch Ruhigstellen oder Dehnen zurückgeführt. Zudem wird oft die lokale Anwendung durch Magnesiumsprays einer oralen Anwendung vorgezogen, wofür es ebenfalls keine ausreichenden Belege gibt.
